Wer wird Opfer von dubiosen spanisch-deutschen Kapitalanlagen?
 
Berlin/ Marbella, Januar 2007 Spanisch-deutsche Kapitalanlagen boomen ungebrochen. So wurde verbot das Bundesaufsichtsamt für Finanzdienstleistungen vor kurzem eine aus Marbella arbeitendes Untenehmen namens APM Ltd., welches Gelder von deutschen Geldanlegern eingesammelt hatte. Die Opfer sind häufig in der Persönlichkeitsstruktur ähnlich, so dass die Geschichten immer noch neuem erzählt werden. Verzweifelte Opfer von Kapitalanlagen wenden sich immer wieder an Rechtsanwälte, die den eingetretenen hohen Vermögensschaden wieder gut bringen sollen.
Die Lebenssachverhalte gleichen sich; Opfertypen lassen sich in Kategorien einteilen.


Gier nebst Fahrlässigkeit ist in höheren Kreisen der Hauptgrund, warum gutsituierte Kreise in Marbella Opfer werden.  Der höhere Manager lässt gerne auch das Denken delegieren und möchte in der Gier glauben, dass die vorgestellten Kapitalanlagenmodelle so funktionieren können. Für die Manager gelten  bekanntlich die Naturgesetze nicht. Personen dieser Art fallen häufig auf unrealistische Finanzierungen, Bankenwechsel und Termingeschäfte herein.  Erhöht wird der Schaden, wenn neben der Gier und der Fahrlässigkeit das Opfer sich selbst nicht zuzugeben vermag, dass es das gesamte phantastische Geldvermehrungsmodell nicht versteht. Beliebt sind Fremdworte Private Equity, Churning, Break even. Niemand mag sich eingestehen, dass dieses nicht verstanden wird.  Misserfolg gibt es in diesen Kreisen nicht, das Opfer leugnet daher bis zu letzt, dass überhaupt ein Schaden eingetreten ist. Opfer werden natürlich auch andere Randgruppen, intellektuell minderbegabte Personen oder ältere  Menschen, die möglicherweise an Demenz leiden. Diese Opfergruppe hat in der Regel wirtschaftlich geringe Schäden, die allerdings für die Opfer wesentlich bedeutsamer sind, als die Verfehlungen der Managerkreise. Typisch für diese Gruppe der Finanzanalphabeten: „Ich habe dem netten Herrn“ vertraut. Kapitalanleger dieser Art haben dann auch aus Deutschland hohe Gelder an die APM Ltd. überwiesen. Diese Opfer sind häufig nicht in der Lage dem Anwalt den Sachverhalt zu schildern. Typische Opfer dieser Art werden von Kriminellen zu Kriminellen gereicht und oft in die wirtschaftliche Not getrieben.  Vertrauen wird hier erschlichen durch gleiche politische, religiöse und sprachliche Orientierung (z.B. unter Aussiedlern). Sexuell attraktive Betrüger  haben bessere Chancen; es macht einfach Laune sich von einem charmanten  Berater ausnehmen zu lassen. Die Eitelkeit der Opfer wird so genutzt, zugleich der Eventcharakter eines Kapitalanlagevertragsabschluß. Geldanlage aus Langeweile! Die menschliche Gier, der Wunsch auch einmal zu siegen, die Dummheit des Opfers und auch der Wunsch, eine tolle Chance nicht zu verpassen kommen hinzu.  Ganz geschickte Betrüger nutzen die Gier des Menschen und die Freude an den kleinen Grenzverletzungen des Alltags.  Das Opfer wird zum Mittäter gemacht. Typisch: Schwarzgeld und Provisionsrückflüsse und so weiter.
Es bleibt dabei: Der Mensch ist des Menschen Wolf. Die Polizei und Staatsanwaltschaften in der europäischen Union arbeiten inzwischen effektiv zusammen. In der Regel kommen allerdings zivilrechtliche Schadenersatzklagen zu spät, weil die Täter die eingenommenen Gelder verbraucht oder verschoben haben.

Dr. Thomas Schulte

Über den Autor:

Dr. Thomas Schulte ist Rechtsanwalt und Fachautor aus Berlin.

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