Blockheizkraftwerke sind nicht erst nach dem Atom-Ausstieg die ökologische Zukunft der Stromerzeugung. Die Möglichkeit der Förderung erneuerbarer Energien zusammen mit renditeträchtigen Kapitalanlagen haben viele Anleger zu Investitionen in sog. „grüne Kapitalanlagen“ bewogen.

Es sah alles auch so gut aus. Ökologie und Ökonomie in einer Kapitalanlage. Doch die Realität sieht oft anders aus. Leider locken auch „grüne Wiesen“ schwarze Schafe an.
Die RWI – Real Wert Invest Managementgesellschaft für innovative Investitionen mbH aus Unterhaching bot potentiellen Anlegern die Möglichkeit, sich mit unterschiedlich hohen Investitionen an verschiedenen Standorten an Blockheizkraftwerken (BHKW) bzw. KWK-Anlagen (Kraft-Wärme-Kopplung) zu beteiligen. Abhängig von der Höhe der Beteiligung, die mit der anteiligen Kilowattleistung korrespondierte, sollten die Anleger monatliche Zahlungen für die Einspeisung des erzeugten Stroms erhalten. Es handelte sich dabei um ein ähnliches Konzept, wie bereits zuvor die GFE – Gesellschaft für erneuerbare Energien mbH angeboten hatte. Deren Verantwortliche wurden sodann mit großem medialen Aufsehen Ende des Jahres 2010 von der Staatsanwaltschaft in Untersuchungshaft genommen und sämtliche Werte und Konten der GFE beschlagnahmt worden.

Das Magazin „Der Spiegel“ veröffentlichte hierzu einen ausführlichen Artikel und interviewte die Kanzlei Dr. Schulte und Partner darin zu diesem Vorgang. Mehr dazu hier.

Bei der RWI Real Wert Invest sollte jedoch alles anders sein. Trotz der augenscheinlichen Parallelen im Geschäftsmodell wurde von Seiten des Unternehmens mehrfach betont, dass es sich um ein lauteres Unternehmen handele. Alle Vergleiche zu strafrechtlich relevanten Vorgängen wie bei der GFE mbH, der Erste Mai GmbH usw. wurden stets energisch zurückgewiesen.

Doch die Zweifel und das mulmige Bauchgefühl blieben bei vielen Anlegern bestehen. Nicht zuletzt, weil diese immer wieder hingehalten wurden. Zusagen wurden nicht eingehalten, Abrechnungen grundlos ausgesetzt oder verringert. Die RWI Real Wert Invest GmbH verschwieg den Anlegern die konkreten Anschriften der Standorte und erstellte Abrechnungen für Blockheizkraftwerke, die nach eigenen Nachforschungen durch die Anleger seit Monaten nicht in Betrieb waren.
Nun haben sich die Befürchtungen offenbar bestätigt. Nach bestätigten Angaben der zuständigen Staatsanwaltschaft wurden die Büroräume der RWI vor wenigen Tagen durchsucht, die Konten der Gesellschaft eingefroren und die Verantwortlichen, allen voran der Geschäftsführer der RWI – Real Wert Invest Managementgesellschaft für innovative Investitionen mbH Herr Matthias Schmidt verhaftet. Dieser, wie auch einige weitere Personen, sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Offenbar besteht hier der Verdacht, dass es sich bei dem Geschäftskonzept um ein betrügerisches Schneeball-System handelt.

Den Geschädigten bzw. bisherigen Anlegern der RWI Real Wert Invest  Managementgesellschaft für innovative Investitionen mbH ist dringend zu raten, sich anwaltlichen Rat einzuholen, um ihre angelegten Gelder womöglich doch noch zurückzuerhalten.
Die Kanzlei Dr. Schulte und Partner, die bereits mehrere Anleger der RWI anwaltlich vertritt, beabsichtigt hierzu die Gründung einer Geschädigtengemeinschaft, um die Interessen der Anleger gebündelt durchsetzen zu können.

Dr. Thomas Schulte

Über den Autor:

Dr. Thomas Schulte ist Rechtsanwalt und Fachautor aus Berlin.

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