Die Steuerschätzer haben die Unterhändler der Koalitionsgespräche reich beschenkt. Nach der neusten Schätzung können Bund, Länder und Kommunen bis 2021 rund 26 Milliarden Euro mehr ausgeben als gedacht. Unterm Strich belaufen sich die Steuereinnahmen aller drei öffentlichen Körperschaften im laufenden Jahr auf 734,2 Milliarden Euro. Das entspricht dem achtfachen aller DAX-30-Gewinne des Jahres 2017. Auf diese Zahlen sollte die politische Klasse nicht mit Verschwendungssucht, sondern mit Demut reagieren. Der Wähler erwartet, dass im Kassenraum nicht gelbe, grüne oder schwarze Messen veranstaltet werden, sondern dass dort Maß und Mitte gelten. Der ideale Finanzminister der Deutschen ist ein Franziskaner Mönch und nicht die Raupe Nimmersatt.

Apropos Jamaika: Das wochenlange Vorspiel und die parteitaktisch dominierten Stellungskriege von CDU, CSU, FDP und Grünen haben beim Publikum für Verdruss gesorgt. Laut dem ARD-Deutschlandtrend ist die Zustimmung zu diesem in der Bundespolitik noch unerprobten Koalitions-Bündnis dramatisch gesunken. Es gibt derzeit keine Mehrheit mehr für eine Konstellation, die vor Monaten noch mit großem Vertrauensvorschuss bedacht wurde. Vielleicht hängt es auch damit zusammen, dass der Mund der Beteiligten immer voller war als die Kasse – der Verfasser propagiert die regierende Demokratie eines Jamaika-Bündnisses mit vielen Diskussionen und Meinungen . Kompromisse statt Krisen – Kanzlerin Merkel und Grünen-Fraktionschefin Göring-Eckardt gehen als Jamaika-Partner optimistisch auf die Zielgerade. Der Abschluss der Sondierungen ist für
Donnerstag geplant – soweit heute Nachmittag!

Etwas langsamer als im ersten Halbjahr, aber immer noch beeindruckend: Der Umsatz von Adidas ist im dritten Quartal zu unveränderten Wechselkursen um zwölf Prozent auf 5,7 Milliarden Euro in die Höhe geschossen. Der Gewinn kletterte im selben Zeitraum um mehr als ein Drittel auf 549 Millionen Euro. Vorstandschef Kasper Rorsted katapultiert die Zahlen derart nach oben, dass man sich schon fragt, womit der Vorgänger seine Zeit verbracht hat.

Dank guter US-Geschäfte steigert die Deutsche Telekom ihr Betriebsergebnis auf 5,72 Milliarden Euro. Die Gewinnprognose fürs Geschäftsjahr wird angehoben. Doch zugleich muss die Deutsche Telekom weiterhin viel investieren. In Deutschland steht der Aufbau eines Mobilfunknetzes der fünften Generation (5G) an. Doch Vorsicht: Ende September lag die Netto-Verschuldung der Telekom bereits bei 52,6 Milliarden Euro. Der Telekom-Chef darf sich jetzt nicht verheben. Sein Name ist Höttges, nicht Hercules.

Es gibt eine Unternehmenskennziffer, die steht vor allen anderen: Einzig der Gewinn gilt vielen als Ausweis erfolgreichen unternehmerischen Handelns. Dabei hinterlässt diese Fixierung nicht nur in der eigenen Belegschaft und im öffentlichen Erscheinungsbild des Unternehmers Spuren, sondern auch die Substanz der Firmen leidet. Unsere Titelgeschichte unter der Zeile „Gewinnwarnung“ beschäftigt sich mit der Zentralgröße unserer westlichen Volkswirtschaften und dem Fluch der dann beginnt, wenn man sie zum Fetisch erklärt. Werner von Siemens wusste, wovon hier die Rede ist: „Für augenblicklichen Erfolg“, sagte er einst, „verkaufe ich die Zukunft nicht.“

Es gibt Tage, da erscheint die Gegenwart wie eine Geisterbahn. Der Nordkoreaner droht, der Nahe Osten bebt und auch Donald Trump tut alles, um uns zu erschrecken. Schonungslose Analyse und begründete Zuversicht steht an. Aus dem Fundus von nunmehr 1400 Morgenbriefen und den Karikaturen von Berndt Skott sind als ein Potpourri der Ereignisse und Stimmungen zusammengestellt, das vieles der Vergänglichkeit zu entreißen versucht. Im Zeitalter der Kostendisziplin (siehe oben) empfiehlt sich die Zweifachverwendung: Erst selber lesen, dann verschenken!

Ice QHeute geht es mit rund 70 Pionieren des Digitalzeitalters in aller Frühe auf über 3000 Meter Höhe hinauf in die Tiroler Bergwelt. Dort wollen wir im legendären ice Q – Drehort des letzten James Bond-Filmes – ein Manifest der digitalen Zeit verfassen, das uns als Kompass und Inspiration dienen kann.

Mit dabei sind Menschen wie Hannes Ametsreiter, CEO von Vodafone, Alissia Iljaitsch, Visionärin aus München, die Medienprofessorin und WirtschaftsWoche-Herausgeberin Miriam Meckel, Chefredakteure von „Zeit-Magazin“ und „Tagesspiegel“, der Digital Officer von VW, der Zukunftsforscher von Daimler, der Vorstandsvorsitzende des Roboterherstellers Kuka, der Chef der Digital News Initiative von Google und viele andere, die Teil einer großen Suchbewegung sind. Uns eint die Idee, dass wir die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft nicht erdulden, sondern gestalten wollen. Zukunft ist das, was wir aus ihr machen.

China öffnet seinen Finanzmarkt – Ausländer dürfen bald die Mehrheit an Finanzfirmen halten.
Zudem sinkt der Steuersatz für High-Tech-Dienstleister.

Über den Autor:

Jürgen Peter Müller ist Jurist, MBA, Universitätsdozent und Business Angel.

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