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Alter Wein in neuen Schläuchen – Auch die Südwest Finanzgruppe stellt ihr Angebot um

 
Nach dem Urteil des BGH vom 19.07.2004 (II ZR 354/02) kann das Anlagemodell der atypisch stillen Gesellschaft in manchen Fällen problematisch sein. Konsequenterweise gehen die Initiatoren nunmehr dazu über, Beteiligungsmodelle in Form der klassischen, mittelbaren Kommanditbeteiligung anzubieten. Wir hatten bereits darüber berichtet, dass die Frankonia-Gruppe aus Würzburg nunmehr einen Bruch mit der Vergangenheit vollzogen hat und eine kommanditistische Beteiligung mit Namen “Capital Sachwert Alliance AG & Co. KG” anbietet. Auch den Deutschen Sachwert Fonds Nr. 1, ebenfalls eine mittelbar kommanditistische Beteiligung, wird eine enge Verbindung zur Göttinger Gruppe/ Securenta nachgesagt, die im Jahre 2000 ihre Emissionen einstellte.

 
Nunmehr hat auch der dritte Dinosaurier die Emission atypisch stiller Beteiligungen anscheinend eingestellt: Die Südwest Finanz Vermittlungsgruppe aus Markdort am Bodensee. Nachdem die atypisch stillen Beteiligungen mit dem klangvollen Namen Südwest Renta vielfach in die Kritik geraten waren und das OLG Schleswig sogar dazu gebracht hat, die Beteiligung als sittenwidrig zu brandmarken und die ersten Vermittler auf Schadensersatz verklagt wurden, wurde flugs die Gain 21 ins Leben gerufen. Nach der Homepage www.gain21.de handelt es sich um eine GmbH mit Geschäftssitz in der Ravensburger Straße 32, 88677 Markdort, dem Geschäftssitz der Südwest Finanzgruppe. Das Management besteht aus den üblichen Verdächtigen: Ralf Hehl und Heiko Schafhäutle, auch die Photographien der Mitarbeiter sind annähernd identisch mit denen auf der Seite www.suedwestrentaplus.de zu findenden.
 
Auffällig bei allen drei Gesellschaften: Die neuen Kommanditbeteiligungen setzen sich auch vom Namen des Unternehmens möglichst weit von der Vergangenheit ab und benutzen zur Charakterisierung des Anlageziels das klangvolle Wort: “Private Equity”. Alle Unternehmen wollen die Risiken diversifizieren, indem in Immobilien, Unternehmen und Aktien investiert wird. Die Anlagekriterien sind gewohnt unklar, die Weichkosten gewohnt hoch, die Informationen gewohnt dünn.

Der Beitrag schildert die Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt der Erstellung. Internetpublikationen können nur einen ersten Hinweis geben und keine Rechtsberatung ersetzen.

Ein Beitrag aus unserer Reihe "So ist das Recht - rechtswissenschaftliche Publikationen von Dr. Schulte Rechtsanwalt" registriert bei DEUTSCHE NATIONALBIBLIOTHEK: ISSN 2363-6718
17. Jahrgang - Nr. 442 vom 14. April 2005 - Erscheinungsweise: täglich - wöchentlich


Dr. Thomas Schulte

Über den Autor:

Dr. Thomas Schulte ist Rechtsanwalt und Fachautor aus Berlin.

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