Betrugsunternehmen nutzen das positive Image der Stadt Marbella für dunkle Geschäfte

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Architektur / Pixabay

APM Investment Ltd. in Marbella –

Betrugsunternehmen nutzen das positive Image der Stadt Marbella für dunkle Geschäfte
 
Verzweifelte Opfer von Kapitalanlagen wenden sich immer wieder an ihre Rechtsanwälte, die den eingetretenen hohen Vermögensschaden wieder beheben sollen. Ein aktueller Fall nutzt das positive Image der Stadt Marbella und zeigt eine neue Art der einfachen „Vermögensverschiebung“.
 
Die Täter gründeten eine Gesellschaft nach englischem Recht und traten nur virtuell im Internet auf. Ein Portal gab Geldanleger der Gesellschaft das Gefühl der professionellen Geldanlage. Die Beträge wurden über ein anderes Unternehmen mit Geschäftssitz in Marbella (Christamar) mit einem Konto bei einer renommierten, ebenso in Marbella ansässigen Bank. Die Hintergründe bleiben noch im Dunkeln. Das Büro des Geldanlageunternehmens bestand aus einem Briefkasten. Nachdem die deutsche Finanzaufsicht die APM Investment Ltd. amtlich geschlossen hat, sind die Gelder verschwunden und die Anleger sind verzweifelt. Die deutschen Geschädigten können sich jetzt an die Vermittler der Kapitalanlage in Deutschland halten. Die Haupttäter sind verschwunden. Die Opfer hatte einfach einem virtuellen Modell im Internet vertraut.

 
Die Lebenssachverhalte gleichen sich; Opfertypen lassen sich in Kategorien einteilen. Gier nebst Fahrlässigkeit ist in höheren Kreisen der Hauptgrund, warum Gutsituierte Kreise Opfer werden. Der höhere Manager lässt gerne auch das Denken delegieren und möchte in der Gier glauben, dass die vorgestellten Kapitalanlagenmodelle so funktionieren können. Für die Manager gelten  bekanntlich die Naturgesetze nicht. Personen dieser Art fallen häufig auf unrealistische Finanzierungen, Bankenwechsel und Termingeschäfte herein.  Erhöht wird der Schaden, wenn neben der Gier und der Fahrlässigkeit das Opfer sich selbst nicht zuzugeben vermag, dass es das gesamte phantastische Geldvermehrungsmodell nicht versteht. Beliebt sind Fremdworte Private Equity, Asset Management, Churning, Break Even usw. Niemand mag sich eingestehen, dass dieses nicht verstanden wird.  Misserfolg gibt es in diesen Kreisen nicht, das Opfer leugnet daher bis zu letzt, dass überhaupt ein Schaden eingetreten ist.
Opfer werden natürlich auch andere Randgruppen, intellektuell minderbegabte Personen oder ältere Menschen, die möglicherweise an Demenz leiden. Diese Opfergruppe hat in der Regel wirtschaftlich geringe Schäden, die allerdings für die Opfer wesentlich bedeutsamer sind, als die Verfehlungen der Managerkreise. Typisch für diese Gruppe der Finanzanalphabeten: „Ich habe dem netten Herrn“ vertraut. Diese Opfer sind häufig nicht in der Lage dem Anwalt den Sachverhalt zu schildern. Typische Opfer dieser Art werden von Kriminellen zu Kriminellen gereicht und oft in die wirtschaftliche Not getrieben.  Vertrauen wird hier erschlichen durch gleiche politische, religiöse und sprachliche Orientierung (z.B. unter Aussiedlern).
 
Sexuell attraktive Betrüger haben noch bessere Chancen. Es macht einfach Laune,  sich von einem charmanten  Berater ausnehmen zu lassen. Die Eitelkeit der Opfer wird so genutzt, zugleich der Eventcharakter eines Kapitalanlagevertragsabschlusses: Geldanlage aus Langeweile! Die menschliche Gier und der Wunsch, auch einmal zu siegen, die Dummheit des Opfers und auch der Gedanke, eine tolle Chance nicht zu verpassen, kommen hinzu.  Ganz geschickte Betrüger nutzen die Gier des Menschen und die Freude an den kleinen Grenzverletzungen des Alltags. Das Opfer wird zum Mittäter gemacht. Typisch: Schwarzgeld und Provisionsrückflüsse und so weiter.
 
Von Kriminellen wird gerne das Flair des Süden genutzt und das sprachliche Gefälle sowie die Schwierigkeiten des grenzüberschreitenden Rechtsverkehrs. In Sachen APM ist allerdings das letzte Wort der Gerichte und Strafverfolgungsorganisationen noch nicht gesprochen.
Insofern kann also vor solchen Anlagebetrügern – die immer wieder in ähnlicher Form auftreten – nur gewarnt werden.

Der Beitrag schildert die Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt der Erstellung. Internetpublikationen können nur einen ersten Hinweis geben und keine Rechtsberatung ersetzen.

Ein Beitrag aus unserer Reihe "So ist das Recht - rechtswissenschaftliche Publikationen von Dr. Schulte Rechtsanwalt" registriert bei DEUTSCHE NATIONALBIBLIOTHEK: ISSN 2363-6718
20. Jahrgang - Nr. 329 vom 25. April 2005 - Erscheinungsweise: täglich - wöchentlich

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