Abzocke beim Hypothekenkredit

Empfehlung von Dr. Thomas Schulte wegen großer Erfahrung und erfolgreicher Prozessführung, z.B. Titelbeitrag im Magazin „Capital“, Ausgabe 07/2008.

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Courthouse / Pixabay

In Österreich wird im Finanzdienstleistungsbereich immer öfter versucht das Rad neu zu erfinden. Dies liegt hauptsächlich daran, daß das Alpenland gern der Schweiz, in allen monetären Dingen, den Rang ablaufen will.
Auch Kredithaie wollen ein großes Stück vom zuverteilenden Kuchen abhaben, wie im folgendem Falle:
Ein Selbständiger aus meinem Geschäftsbereich benötigte einen Hypothekenkredit.

Von einer deutschen Bank brauchte man hierbei keine Hilfe zu erwarten, denn ungenügendes Eigenkapital oder/und ein schlechtes Scoring bei der SCHUFA und die alleinige Tatsache Unternehmer zu sein reichen hierzulande zur Ablehnung aus.

Also versuchten wir einen anderen Lösungsweg zu beschreiten und siehe da, es kam Rat aus dem Alpenland in Form eines Herrn Martin Schuster von der Immofinanz-International-AG aus Lochau.

Dieser bot unserem Kunden einen Geschäftsbesorgungsvertrag an und garantierte schriftlich, man werde sich sofort fachkundig und akkuraten bemühen ihm, auch im Ausland (Deutschland), eine Hypothek nach österreichischem Recht zu verschaffen. Als Tilgung standen bekannte Finanzprodukte, u. a. eine englische Lebensversicherung, an.

Die Aufgabe des Investor war es nur noch alle notwendigen Dokumente und Unterlagen für eine „noch-zu-empfehlende Bank“ zusammenzustellen, wobei Herr Schuster tunlichst die genaue schriftliche Benennung der Unterlagen vermied, weil er diese aus angeblich bekannten Gründen voraussetzte. Hiermit wird der Kreditsuchende automatisch durch seine Unterschrift in eine Bringerposition gedrängt, die er als Laie gar nicht ausfüllen hätte können.

Nun hätte der Vermittler theoretisch nur seine Hände in den Schoß legen brauchen und der Kunde hätte frühestens nach abgelehnter Kreditzusage oder spätestens nach Ablauf von sechs Monaten an den Berater überweisen müssen.

Diese unprofessionelle Allerweltsleistung ohne jegliche Erfolgsgarantie sollte pro benötigter Million 15.000 € Provision in die Kasse des Vermittlers spülen.

Wäre, wider meiner Erwartung, eine Kreditvermittlung gelungen, hätte der Kreditnehmer weitere 5 % der Gesamtfinanzierungssumme an den Kredithai abgeben müssen.

Der Vermittler hätte sich laut Vertrag diskret um sein Anliegen gekümmert. Wahrscheinlich, damit er ohne Verfolgung durch die Staatsanwaltschaft sein Geschäft betreiben kann.

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Dr. Thomas Schulte

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Ein Beitrag aus unserer Reihe "So ist das Recht - rechtswissenschaftliche Publikationen von Dr. Schulte Rechtsanwalt" registriert bei DEUTSCHE NATIONALBIBLIOTHEK: ISSN 2363-6718
20. Jahrgang - Nr. 285 vom 28. März 2006 - Erscheinungsweise: täglich - wöchentlich

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