Die United Investors Gruppe aus Hamburg, ein wichtiger Partner der S&K Gruppe, hat Insolvenz angemeldet. Insgesamt soll das Emissionshaus 175 Millionen Euro bei Anlegern eingesammelt haben.

Die Staatsanwaltschaft hatte am Dienstag, den 19.02.2013, die Ge­schäfts­räu­me der S&K Unternehmensgruppe in Frankfurt am Main und anderswo durchsucht, darunter auch die Geschäftsräume der United In­ves­tors.

Überraschung oder war diese Entwicklung zu erwarten?

Vor wenigen Tagen haben acht United-Investors-Gesellschaften Insolvenz angemeldet, darunter die Hauptfirmen United Investors Holding GmbH sowie United Investors Emissionshaus GmbH. Bereits in vorangegangenen Pressemitteilungen, wies die Kanzlei Dr. Schulte und sein Team auf die sich anbahnende Problemlage bezüglich des S&K Konglomerats hin und ist ob dieser Nachricht wenig überrascht.

Rechtsanwalt Dr. Sven Tintemann und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht hierzu: „Das Hamburger Emissionshaus gilt als wohl wichtigster Partner der Immobiliengruppe S&K, welche im Verdacht steht, mit einem umfangreichen Schneeballsystem tausende Privatanleger um einen dreistelligen Millionenbetrag gebracht zu haben. Aufgabe der United Investors soll vor allem die Geldbeschaffung für die Geschäfte der S&K Gruppe gewesen sein.

Die Hamburger Unternehmensgruppe legte seit 2008 mindestens drei geschlossene Immobilienfonds auf, über die Anlegergelder in die S&K Gruppe geschleust wurden. Insgesamt dürfte durch diese Fonds eine hohe zweistellige Millionen-Euro-Summe an S&K geflossen sein.“

Wie funktionierte das System?

Gegründet wurde United Investors im Jahr 2006 und initiierte zunächst sogenannte Gamefonds, wie den dtp Game Portfolio 2006 Fondsgesellschaft mbH & Co. KG und den dtp Game Portfolio 2007 Fondsgesellschaft mbH & Co. KG.  Später folgten die United Investors dtp Game Portfolio 1, United Investors dtp Game Portfolio 2 und United Investors dtp Game Portfolio 3.Insgesamt hat United Investors einer Firmenpräsentation zufolge mindestens 175 Millionen Euro an Anlegergeldern eingesammelt. Allein rund 45 Millionen Euro flossen nach Angaben des Unternehmens in die Gamefonds.

Die United Investors musste jedoch unlängst zugeben, dass die erhofften Ergebnisse mit den Gamefonds nicht erreicht werden konnten.

Später initiierte die Unternehmensgruppe die Immobilienfonds „Cosmopolitan Estates Mallorca GmbH & Co. KG“ sowie „Metropolitan Estates Berlin GmbH & Co. KG“. Mit dem “Metropolitan Estates Berlin” wollte United Investors den Verkaufsunterlagen zufolge 21 Millionen Euro in den Berliner Immobilienmarkt investieren. Die Beteiligungsgesellschaft “Cosmopolitan Estates Mallorca” versprach die Investition von knapp 11 Millionen Euro in ein Hotel auf der Baleareninsel.

In Zusammenarbeit mit der S&K Gruppe wurden seit dem Jahr 2008 mehrere Fonds initiiert, die überwiegend als treuhänderisch gehaltene Kommanditgesellschaften ausgestaltet waren. Dazu gehören die „S&K Real Estate Value Added Fondsgesellschaft mbH & Co. KG“, die „Deutsche S&K Sachwerte GmbH & Co. KG“, die „Deutsche S&K Sachwerte Nr. 2 GmbH & Co. KG“, die „S&K Investment GmbH & Co. KG“ und die „S&K Investment Plan GmbH & Co. KG“.

Zudem wurde online mindestens eine Schiffsbeteiligung für vermögende Anleger, ein sogenanntes Private Placement, aufgelegt. Zudem gibt es Hinweise, dass das Unternehmen auch über Geschäfte mit Lebensversicherungspolicen Gelder für S&K mobilisiert hat.

Zuletzt initiierte das Unternehmen im Jahr 2012 die Fonds „The Art of Investment Portfolio 1“ und „The Art of Investment Portfolio 2“.  Dabei wurden Renditen von 5 bis 7 Prozent mit der Anlage in Sachwerte in Aussicht gestellt. Über 20 Millionen Euro wollte United Investors mit diesen Fonds bei Investoren einsammeln. Nicht bekannt ist allerdings, wie viel davon tatsächlich zusammen gekommen ist.

Was bedeutet das für die betroffenen Anleger? Wie kann geholfen werden?

Inwiefern United Investors-Anleger geschädigt wurden, ist allerdings zum jetzigen Zeitpunkt noch völlig offen. Die Insolvenzverfahren der jeweiligen Anlagegesellschaften müssen nun ergeben, was von dem Vermögen der Anleger noch zurück zu erlangen ist und inwieweit Gelder, die in andere Unternehmen oder Immobilien investiert wurden, zurückzuerlangen sind.

Die Kanzlei Dr. Schulte und sein Team hatte die nun eingetretene Sachlage schon seit längerem im Blick und wird eine spezielle Geschädigtengemeinschaft für die betroffenen Anleger der United Investors bilden, damit durch die Bündelung die Anlegerinteressen stark und konsequent vertreten werden kann. Anfragen richten Sie bitte an Rechtsanwalt und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Dr. Sven Tintemann unter www.tintemann@dr-schulte.de oder 030-715 206 70.

Zu den Insolvenzanträgen meint Dr. Tintemann, Partner der Kanzlei Dr. Schulte und sein Team: “Grundsätzlich muss nun der vorläufige Insolvenzverwalter bzw. eingesetzte Sachverständige nun ermitteln, wie die Finanzlage bei den Gesellschaften ist. Insolvenzgründe sind Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung der Gesellschaft. Im Insolvenzfalle droht den Anlegern natürlich ein Verlust, ggf. sogar die Rückzahlung bereits erhaltener Ausschütten bzw. Rückzahlungen, wenn es sich hierbei nicht um echte Erträge, sondern um sog. Scheingewinnausschüttungen gehandelt haben sollte. Auch muss im Rahmen einer Insolvenz geprüft werden, inwieweit eine Fortführung der einzelnen Fonds möglich und sinnvoll ist. Daher ist eine starke Vertretung der Interessen der Anleger und ihrer Familien durch eine Geschädigtengemeinschaft auch in der Gläubigerversammlung nötig und sinnvoll.”

 

 

 


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Ein Beitrag aus unserer Reihe "So ist das Recht - rechtswissenschaftliche Publikationen von Dr. Schulte Rechtsanwalt" registriert bei DEUTSCHE NATIONALBIBLIOTHEK: ISSN 2363-6718
17. Jahrgang - Nr. 949 vom 29. März 2013 - Erscheinungsweise: täglich - wöchentlich


Dr. Sven Tintemann

Über den Autor:

Dr. Sven Tintemann ist Rechtsanwalt, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht und Autor aus Berlin.

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