Offizielle Bekanntmachung des Amtsgerichts Charlottenburg in Sachen Pecus! – Sicherungsmaßnahmen über das Gesellschaftsvermögen wurden angeordnet!

Die Pecus Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH (im Folgenden: Pecus) hatte sich den Ankauf von Lebens-, Renten-, Depot- und Bausparverträgen zum Geschäftsmodell gemacht. Den Kunden der Pecus wurde ein Gewinn bis zum Dreifachen des Rückkaufswertes zugesichert. Die für die Pecus tätig gewordenen Berater machten diverse Zusicherungen, wie das Bestehen einer Ausfallversicherung, einer sicheren Altersvorsorge und eines erheblichen Gewinns. Vom Totalverlustrisiko war in den meisten Fällen keine Rede.
Nachdem die Pecus seit über einem Jahr keine ratierlichen Auszahlungen mehr vornahm, ahnten einige Kunden bereits, dass es bis zum Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens nicht mehr lange dauern werde. So kam es auch. Am 21.01.2014 wurde nun seitens des Amtsgerichts Charlottenburg zum Az. 36p IN 2617/13 angeordnet, dass Maßnahmen der Zwangsvollstreckung einschließlich der Vollziehung eines Arrestes oder einer einstweiligen Verfügung gegen die PECUS Vermögenverwaltungsgesellschaft mbH untersagt werden (§§ 21, 22 Insolvenzordnung). Dies jedenfalls soweit nicht unbewegliche Gegenstände betroffen sind. Auch bereits begonnene Zwangsvollstreckungsmaßnahmen werden einstweilig eingestellt.
Hintergrund dieser Anordnung ist die Sicherung der Vermögenswerte der Pecus, da diese einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt hat.

Dieser befindet sich derzeit jedoch noch in Überprüfung. Das bedeutet, dass zumindest noch kein Insolvenzverfahren eröffnet wurde.
Ohne Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters dürfen keine Verfügungen über das Vermögen der Pecus getroffen werden. Dies dient auch der Wahrung der vermögensrechtlichen Interessen der zahlreichen Kunden der PECUS, die um den Totalverlust ihrer der Pecus anvertrauten Gelder fürchten.
Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Herr Rechtsanwalt Christian Otto, Düsseldorfer Straße 38, 10707 Berlin bestellt.
Rechtsanwältin und Maître en Droit Helena Winker von der Berliner Anwaltskanzlei Dr. Schulte und sein Team erklärt die Funktion des vorläufigen Insolvenzverwalters:
„Rechtsanwalt Otto hat nunmehr die Aufgabe durch Überwachung der Pecus deren Vermögen zu sichern und zu erhalten. Die PECUS bzw. ihr Geschäftsführer, Herr Buchsbaum, darf auch nicht mehr über Bankkonten und Außenstände verfügen. Auch sind nun sämtliche Kreditinstitute der PECUS gegenüber dem vorläufigen Insolvenzverwalter zur Auskunftserteilung verpflichtet.“  
Weiter führt sie aus:
„Bevor eine Entscheidung über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens getroffen wird, hat der vorläufige Insolvenzverwalter jetzt die Aufgabe, die künftige Insolvenzmasse zu sichern und Aufklärung über die Vermögensverhältnisse der Pecus zu betreiben.“
Fazit:

Die Sicherung des Vermögens durch die Einschaltung des Insolvenzverwalters ist ein Schritt zur Wahrung der vermögensrechtlichen Interessen der zahlreichen geschädigten Kunden der PECUS. Die leise Hoffnung für die verunsicherten Anleger der Pecus bleibt, dass noch ausreichend Vermögen zumindest zur teilweisen Rückzahlung ihrer Gelder bei der Gesellschaft vorhanden sind.
Die Kanzlei Dr. Schulte und sein Team vertritt etwa 30 Geschädigte der Pecus und hat bereits die Ansprüche ihrer Mandanten beim Insolvenzverwalter und dem Geschäftsführer der Pecus, Hr. Buchsbaum, angemeldet.

Der Beitrag schildert die Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt der Erstellung. Internetpublikationen können nur einen ersten Hinweis geben und keine Rechtsberatung ersetzen.

Ein Beitrag aus unserer Reihe "So ist das Recht - rechtswissenschaftliche Publikationen von Dr. Schulte Rechtsanwalt" registriert bei DEUTSCHE NATIONALBIBLIOTHEK: ISSN 2363-6718
19. Jahrgang - Nr. 1167 vom 31. Januar 2014 - Erscheinungsweise: täglich - wöchentlich


Helena Winker

Über den Autor:

Helena Winker ist Rechtsanwältin (LL.M) und Fachautorin aus Villingen-Schwenningen.

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