Investitionen in das Geothermie-Kraftwerk Kirchweidach

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Gerichtsgebäude / Pixabay

Die SAM Management AG, geführt von dem Kaufmann Michael Oberle, trat als Investor der FG-Gruppe, insbesondere für das Projekt Geothermie-Anlage Kirchweidach im oberbayrischem Landkreis Altötting, auf. Außer der Fernwärme für die angrenzenden Gemeinde und ein etwa 12 Hektar großes Tomatengewächshaus sollte ab 2015 elektrische Energie mit einer Leistungskapazität von ca. 6 Megawatt erzeugt werden.

In dieses Vorzeigeobjekt Geothermie-Kraftwerk Kirchweidach in punkto Nachhaltigkeit und Technologie investierte die Gesellschaft, indem Verträge wie folgt geschlossen wurden:

Es wurde am 20.5.2010 eine wesentliche Beteiligung an der Projektentwicklungsgesellschaft FG Geothermie GmbH gezeichnet.

Des Weiteren wurde ein Vertrag über die Beteiligung an der Frogress GmbH geschlossen. Diese ist auch bei der FG Geothermie investiert.

Die SAM Management Group AG verpflichtete sich mit diesen und weiteren Verträgen zu einer Gesamtinvestitionen von insgesamt 75 Millionen € über einen Zeitraum von sechs Jahren.

Aufgrund der Insolvenz flossen aber nur etwas mehr als ein Drittel der geplanten Investitionen, was auch zur Einstellung einiger Projekte führte.

Die Erwartung war, dass die Investitionen der SAM Management AG in einen der größten Tiefengeothermie-Projektentwickler in Deutschland und die Unternehmungsgruppe FG Geothermie, geokraftwerke.de GmbH, Geothermie Management GmbH, enolcon GmbH und Future Water Energy GmbH Früchte tragen würden. Das Projekt Kirchweidach, welches schon erfolgreich Bohrungen veranlasst hatte, war am weitesten gediehen. Weitere Projekte waren Seebruck, Gars am Inn sowie Schnaitsee 1 und 2.

Es ging nicht darum, Tomaten in das bayrische Land zu tragen, sozusagen die Geothermie-Tomate, sondern darum, als einer der Erstentwickler für die Anleger und Darlehensgeber der SAM Management AG mit Sitz in der Schweiz von den sprunghaften Marktchancen zu profitieren. Doch es kam anders. Die Investition schlug fehl, weil die SAM Management AG durch eine Verfügung der Schweizer Finanzmarktaufsicht (FINMA) von heute auf morgen ihrer Marktchancen beraubt worden ist.

Hier ist die Liquidation seit August 2012 mit der anschließenden Insolvenz der Aktiengesellschaft ein wirtschaftliches und juristisches Fiasko für die Darlehensgeber, die zumeist Kapitalverträge, wie z. B. kapitalbildende Lebensversicherungen, gekündigt und über Treuhänder der SAM AG als Darlehen zur Verfügung gestellt hatten.

Das Liquidations- und Konkursverfahren führt dazu, dass die Investitionen fehlgeschlagen sind. Sinnvoll ist es daher, mit der FG-Unternehmensgruppe weiter im Gespräch zu bleiben und Verhandlungen darüber zu führen, wie die Mittel, die die SAM AG der FG-Gruppe zur Verfügung gestellt hat, jetzt sinnvoll für die Anleger genutzt werden können.

Der Beitrag schildert die Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt der Erstellung. Internetpublikationen können nur einen ersten Hinweis geben und keine Rechtsberatung ersetzen.

Ein Beitrag aus unserer Reihe "So ist das Recht - rechtswissenschaftliche Publikationen von Dr. Schulte Rechtsanwalt" registriert bei DEUTSCHE NATIONALBIBLIOTHEK: ISSN 2363-6718
20. Jahrgang - Nr. 1230 vom 27. März 2014 - Erscheinungsweise: täglich - wöchentlich

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