Die Geldanlage in Container-Fonds war in den letzten Jahren ein Trend, dem viele Anleger gefolgt sind. Dabei tummeln sich bekannte Namen wie z.B. DTF Der Transport FONDS GmbH & Co. KG, Buss Capital, Ch3 Contorhaus Hansestadt Hamburg AG u.a.

Dabei beteiligten sich Anleger oft in Fondsgesellschaften, die ihrerseits Transportcontainer für die Schifffahrt kaufen, um diese an internationale Reedereien zu vermieten oder zu verleasen. Auf diese Weise fließen den Fondsgesellschaften regelmäßige Renditen zu. Darüber hinaus konnten die gebrauchten Container nach Ablauf der festgelegten Laufzeit bei guter Wartung oftmals noch für 50 % des Anschaffungspreises verkauft werden.

Rendite bei Schiffsfonds deutlich eingebrochen – Angebot und Nachfrage – Schiffsfonds wie Containerfonds sind sehr marktabhängig

Doch wie so oft, steht der Renditeerwartung auch ein erhebliches Risiko gegenüber. So musste die Schiffsfondsbranche in den letzten Jahren erhebliche Einbrüche hinnehmen. Einzelne Fondsgesellschaften mit großen Namen wie z.B. HCI Capital oder Lloyds Fonds mussten teilweise Insolvenz anmelden. Die Rückgänge sind darauf zurückzuführen, dass Fondsinitiatoren aufgrund des starken, boomenden Marktes eine große Anzahl an Schiffen geordert hatten, die sodann das vorhandene Transportgüteraufkommen deutlich überstiegen. Gleichzeitig sanken im internationalen Seehandelsverkehr die Frachtraten erheblich, sodass nur deutlich geringere Gewinne erwirtschaftet werden konnten. Die Container-Fonds-Branche war von diesen Einbrüchen nicht derart stark betroffen, wie die Schiffsfondsbranche, dennoch ist die Entwicklung der einzelnen Container-Fonds stark abhängig vom Weltmarkt.

Marktentwicklung schwer einzuschätzen – Schiffsbranche kämpft ums Überleben

Gehen die Wachstumszahlen des weltweiten Ex- und Importhandels zurück, werden weniger Waren auf den Weltmeeren verschifft. Dementsprechend sind auch weniger Container notwendig, was sich zwangsläufig auch auf das Ergebnis der Container-Fonds auswirkt. Oftmals streuen die Container-Fondsgesellschaften ihren Bestand auch nicht auf eine Vielzahl von Abnehmern, sondern vermieten oder verleasen die Container an eine oder wenige große Reedereien. Doch auch diese Reedereien sind oftmals nicht vor dem Insolvenzrisiko gefeit, wie sich in der Vergangenheit gezeigt hat. Gehen die Schiffsreedereien Pleite, wirkt sich dies zwangsläufig auf die Vermietung bei den Container-Fondsgesellschaften aus und führt zu einem Einbruch des Ergebnisses.

Investition in Schiffs- und Containerfonds mit hohem Risiko verbunden – Vorsicht bei sicherer Anlagestrategie

Anlegern wird die Beteiligung an einem Container-Fonds oftmals nur unter Hinweis auf die zu erwartenden Renditen beschönigend dargestellt. Den Berater trifft jedoch die Pflicht, den Anleger über sämtliche Risiken der Kapitalanlage umfassend und verständlich aufzuklären. Die Risiken, die bis hin zu einem Totalverlust führen können, sind den Anlegern jedoch oftmals vor Abschluss der Beteiligung nicht bewusst. Der Anleger kann daher unter Umständen einen Schadensersatzanspruch haben und so sein investiertes Geld zurückerhalten. Anlegern, die ihr Geld in Container-Fonds angelegt haben, ist daher zu raten, sich von einem im Bank- und Kapitalmarktrecht erfahrenen Rechtsanwalt über die bestehenden Risiken aufklären zu lassen. So können möglicherweise später drohende Verluste vermieden werden.

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Ein Beitrag aus unserer Reihe "So ist das Recht - rechtswissenschaftliche Publikationen von Dr. Schulte Rechtsanwalt" registriert bei DEUTSCHE NATIONALBIBLIOTHEK: ISSN 2363-6718
17. Jahrgang - Nr. 1342 vom 7. Juli 2014 - Erscheinungsweise: täglich - wöchentlich


Dr. Thomas Schulte

Über den Autor:

Dr. Thomas Schulte ist Rechtsanwalt und Fachautor aus Berlin.

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